In der Tiefe liegt das Gold

In der Tiefe liegt das Gold

Damit du einen kleinen Vorgeschmack auf das Buch bekommst, haben wir hier verschiedene Auszüge für dich vorbereitet.

Viel Freude beim Lesen der ersten Eindrücke!

Die Reise ins Unbekannte wagen?

Die Eule sah ihn herzzugewandt an. „Zwerge haben hier eine tiefe Verbindung zu den Bergen, Finn. Die Berge sprechen zu ihnen, flüstern ihnen sogar ihre Geheimnisse und offenbaren ihre Schätze. Was hörst du, wenn du diesem Flüstern lauschst? Ist noch viel Erz im Herzen dieses Berges?“

Finn wurde still. Nach einer Weile schaute er nachdenklich in Richtung des Berges und hielt einige Momente mit geschlossenen Augen inne, bevor er leise antwortete:

„Was übrig ist, reicht nicht aus. Mein Vater will das einfach nicht wahrhaben. Früher hat er dem Berg zugehört, jetzt hört er nur auf seine Gedanken.“

Mit zittriger Stimme sagte er, als wäre es das schlimmste Vergehen: „Aber wenn ich fortgehe, überlasse ich meine Eltern sich selbst.“

 „Junge, Kinder sind nicht für das Schicksal ihrer Eltern verantwortlich. Der Fluss fließt schließlich auch nicht bergauf. Aber du bist für dich verantwortlich.“

Ob du eine Pflanze als Unkraut siehst oder als Heilpflanze, sagt viel über dich aus

„Ich muss dich leider enttäuschen. Ich habe dieses Kraut, das du in den Händen hältst, nämlich schon untersucht. Es hat schön geformte Blätter, aber sonst gibt es nichts her…Und du? Hast du Erfahrung in der Pflanzenheilkunde?“

„Nun, was ich weiß, ist, es braucht Zeit, Geduld und die Fähigkeit zu beobachten und zuzuhören, um die Geheimnisse der Natur zu entschlüsseln, junger Zwerg.“

„Ich suche eine besondere Pflanze und brauche Ergebnisse, schon bald. Leider kann ich mit Pflanzen wie dieser nicht weiterkommen, da sie mehr Zeit kostet, als sie wert ist. Weißt du, ich bin ein Geschäftszwerg und meine Mitstreiter schlafen nicht…“

„Verstehe. Aber bedenke, wir sollten Pflanzen nicht versuchen, unseren Willen aufzwingen, sonst ernten wir nur ihr Gift. Sie offenbaren nur denen ihre Heilkraft, die sich Zeit nehmen, sie zu verstehen.“

Freundschaft - der wahre Schatz

Elora schenkte ihm einen langen Blick.

„Gold ist wertvoll – so wie gute Freundschaften.“

Finn dachte eine Weile über ihre Worte nach. „Das stimmt. Gold entsteht schließlich nur unter Bedingungen, die sich nicht beliebig wiederholen lassen. Man kann seine Entstehung nicht willentlich herbeiführen. Es braucht einen seltenen Zusammenklang. Genauso wie bei echten Freundschaften, wenn ich es mir recht überlege. Sie wachsen aus besonderen Momenten und geteilten Erfahrungen, die nicht einfach nach Belieben entstehen. Gerade weil sie so selten und nicht erzwingbar sind, sind sie mindestens so kostbar wie Gold.“

Er dachte an alte Bekannte wie Rurik und an seine Freunde Heribert und Lia.

„Nicht jeder Weg, den man mit jemandem geht, bringt Gold hervor. Aber manchmal, wenn man zusammen durch Feuer und Dunkelheit gegangen ist, entsteht etwas sehr Kostbares, das man nicht mehr verlieren will.“

Finn legte Holz nach und sagte: „Manches ist eben nicht einmal mit Gold aufzuwiegen. So gesehen habe ich den größten Schatz längst gefunden: dich als Freundin.“

Finn packte das Brot aus und betrachtete es. Nun, da er den Laib in den Händen hielt, erkannte er, dass die Angst davor, bei Wasser und Brot zu enden, weit schlimmer gewesen war, als die Lage, in der er sich tatsächlich befand. Genau genommen empfand er den Duft von frisch gebackenem Brot nun als regelrecht betörend. Die Entbehrung der letzten Tage hatte seine Sinne geschärft und seine Wertschätzung für pures Brot auf eine völlig neue Ebene gehoben.

Die goldbraune Kruste knackte leicht, als er hineinbiss. Der erste Bissen war eine Offenbarung. Eine Geschmacksexplosion füllte seinen Mund. Die Textur des Brotes war perfekt – knusprig außen und innen weich. Der Geschmack von Getreide tanzte auf seiner Zunge, und er konnte den Hauch von Salz auf der Kruste schmecken. Einfach himmlisch. Er nahm das Brot mit zur Quelle. Unterwegs summte er ein altes Bergmannslied, das ihm lange nicht mehr in den Sinn gekommen war. Er genoss das Brot zusammen mit dem frischen Quellwasser, das belebend seine Kehle hinunterglitt. Wider Erwarten war er – hochzufrieden.

Er würde sich merken, dass die Angst ihn beinahe um diese wertvolle Erfahrung gebracht hatte. Er war erleichtert.

„Ich will nicht länger die Ängste meiner Mutter weitertragen – sondern ihren Mut.“

Finn versuchte, wegzusehen, aber die Gestalt folgte ihm.

„Warum nicht zurück in die Welt gehen, wo du glänzen, wo du deine Talente wirklich nutzen kannst?“

Die Mine begann zu beben, und Finn fühlte, wie der Boden unter seinen Füßen nachgab. Er rannte durch die dunklen Gänge, aber überall tauchten diese Spiegel auf, in denen sein altes Ich ihn höhnisch anlächelte. Die Stimme wurde lauter, durchdringender, wie ein ständiges Hämmern in seinem Kopf.

„Du bist besser als das, Finn. Du bist zu Höherem bestimmt. Hör auf, deine Zeit zu verschwenden! Geh raus, dorthin, wo was los ist. Wo das Leben sich abspielt, wo eine Zwergin dich sehen kann. Wenn du jetzt nicht aufbrichst, wird es zu spät sein. Du lebst an allen vorbei. Und, du weißt es. Eigentlich bist du doch schon längst weg. Gib es einfach zu, es ist richtig. Du weißt, dass es richtig ist, zu gehen! Du musstest schon einige Male Mittelmäßiges abbrechen. Und das war richtig so. Mutig. Besser als die, die sich an Stein klammern, weil sie die Freiheit fürchten. Du bist nicht wie sie. Du warst auf dem richtigen Weg, denn wenn die Leidenschaft fehlt, dann zündet das Geschäft nicht. So wie hier auch. Du musst dann einfach etwas Besseres machen. Du weißt, dass das Leben früher besser war als das hier. Du weißt all das. Also mach was daraus!“

Finns Reise hat gerade erst begonnen. Bist du bereit, ihm in die Tiefe zu folgen und das goldene Geheimnis zu lüften? Hol dir jetzt das vollständige Buch und finde deinen eigenen Weg durch diese magische Geschichte.

Danke, dass du Finn ein Stück begleitet hast